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Was bewegt die Nürnberger? Umfrage zu aktuellen Diskussionsthemen in Nürnberg

Nürnberg, 10. Juni 2014 – Sollten im Nürnberger Tiergarten Elefanten gehalten werden? Ist ein Alkoholverbot in der Altstadt sinnvoll? Benötigt der 1.FC Nürnberg ein neues Fußballstadion? Und was soll mit dem ehemaligen Nürnberger Volksbad geschehen?

Was die Nürnbergerinnen und Nürnberger über diese und weitere aktuelle Diskussionsthemen denken, zeigt eine Umfrage der Initiative Markt- und Sozialforschung. Die Ergebnisse wurden im Rahmen des 4. Tags der Marktforschung in der Nürnberger Innenstadt vorgestellt.

Mit den steigenden Temperaturen beginnt auch langsam die Hochsaison für den Nürnberger Tiergarten. Was man derzeit nicht im Tiergarten beobachten kann, sind Elefanten. Über eine mögliche Anschaffung wird deshalb aktuell diskutiert. Hierbei würden Kosten entstehen, die durch höhere Eintrittspreise oder kommunale Mittel refinanziert werden müssten. Die Umfrage der Initiative Markt- und Sozialforschung ergab, dass insgesamt 40 Prozent der Nürnbergerinnen und Nürnberger die Haltung von Elefanten im Tiergarten befürworten. Unter den Jüngeren (14-29 Jahre) liegt die Zustimmung bei 24 Prozent. Sie steigt mit zunehmendem Alter kontinuierlich an und erreicht bei Personen, die über 60 Jahre sind, insgesamt 54 Prozent. Leben Kinder im Haushalt stimmen rund 36 Prozent der Familien der Haltung von Elefanten zu. Haushalte ohne Kinder hingegen befürworten diese sogar mit 41 Prozent. Insgesamt 37 Prozent der Nürnbergerinnen und Nürnberg lehnen eine Anschaffung grundsätzlich ab. Frauen (42 Prozent) vertreten diese Meinung deutlich stärker als Männer (33 Prozent).

 

Nürnberger für nächtliches Alkoholverbot in der Altstadt

Das Nürnberger Ordnungsamt erwägt, den Alkoholkonsum auf öffentlichem Gelände in der gesamten Altstadt zu untersagen. Betroffen wären die Plätze rund um das Diskogelände am Kohlenhof sowie das Klingenhofareal im Zeitraum von 22 bis 6 Uhr. Insgesamt sprechen sich 63 Prozent der Bürgerinnen und Bürger für ein Verbot aus. Je älter die Befragten sind desto stärker befürworten sie ein nächtliches Alkoholverbot. Während 43 Prozent der jüngeren Bevölkerung zwischen 14 und 29 Jahren für ein Alkoholverbot sind, liegt die Zustimmung bei älteren Personen (über 60 Jahre) bei hohen 76 Prozent. Ausschlaggebend für die Befürwortung eines solchen Verbots sind die Punkte „weniger Lärmbelästigung“ und „mehr Sicherheit“. Rund 67 Prozent der Bürgerinnen und Bürger glauben, dass damit auch die Lärmbelästigung sänke. Rund 56 Prozent erhoffen sich durch ein Verbot mehr Sicherheit in der Altstadt.

 

Nürnberg braucht kein neues Fußballstadion

Benötigt Nürnberg ein neues Fußballstadion für den 1.FC Nürnberg? Auch diese Frage wird aktuell diskutiert. Allerdings sind nur 9 Prozent der Bürgerinnen und Bürger der Meinung, dass ein neues Stadion wirklich nötig sei. Die Unterschiede zwischen Männern und Frauen sind minimal (Frauen: 9 Prozent, Männer: 8 Prozent). Vor allem die Jüngeren im Alter zwischen 14 und 29 Jahren sprechen sich für den Neubau eines Stadions aus. Sie stellen mit insgesamt 16 Prozent den größten Anteil, der diese Frage mit „Ja“ beantwortete. Insgesamt 70 Prozent glauben jedoch nicht, dass ein neues Stadion nötig ist.

 

Volksbad soll wieder Schwimmbad werden

Das ehemalige Volksbad am Plärrer ist seit über 20 Jahren geschlossen. Im Moment wird über die weitere Nutzung sowie die Finanzierung einer Renovierung diskutiert. Zwei Drittel (66 Prozent) der Nürnberger halten die Verwendung als „Städtisches Volksbad mit erschwinglichen Eintrittspreisen – mögliche Verluste trägt die Stadt“ für eine sinnvolle Option. Die Zustimmung dafür steigt mit zunehmendem Alter (60 Jahre und älter: 75 Prozent). Rund 25 Prozent der Nürnbergerinnen und Nürnberger sind gegen eine Nutzung als städtisches Volksbad.

Zweithöchste Zustimmung erfährt die Option „Sonstige Kulturstätte“. Rund die Hälfte der Nürnberger Bevölkerung hält diesen Vorschlag für eine sinnvolle Verwendungsart. Besonders die Altersgruppe der 30- bis 39-Jährigen zeigt dafür starke Begeisterung (66 Prozent).

Eine „Privat geführte Wellnessoase mit höheren Eintrittspreisen – die Stadt Nürnberg wird nicht belastet“ ist für 45 Prozent der Nürnbergerinnen und Nürnberger eine sinnvolle Alternative. Besonders hoch ist die Zustimmung hier in der Altersgruppe der 40- bis 49-Jährigen (56 Prozent) sowie der 14- bis 29-Jährigen (52 Prozent).

Insgesamt haben nur 14 Prozent der Nürnbergerinnen und Nürnberger noch andere Ideen für die Verwendung des Gebäudes. Weit oben (14 Prozent) rangiert die Idee, einen Jugendtreff einzurichten. Speziell die Altersgruppe der 40- bis 49-Jährigen äußerte diesen Vorschlag (23 Prozent). Auch der Gedanke, das Gelände als Kindergarten beziehungsweise Kinderhort oder Kinderspielplatz (12 Prozent) zu verwenden, war häufig zu hören. Vor allem bei den Jüngeren im Alter zwischen 14 und 29 Jahren findet diese Idee Anklang (19 Prozent).

 

Ältere wollen auf dem „Augustinerhof“ Mischbebauung, die Jungen favorisieren Parkplätze

Neben dem Hauptmarkt, im Herzen Nürnbergs, liegt das Augustinerhof-Gelände. Stadt und Bürger diskutieren derzeit über die künftige Nutzung. Dabei stehen folgenden Optionen zur Auswahl: Konzertsaal, Parkplatz oder Mischbebauung mit Hotel, Büro- und Ladeneinheiten sowie Wohnungen. Am höchsten fällt die Zustimmung für die letzte Variante aus (35 Prozent). Sie steigt vor allem mit zunehmendem Alter. Während 17 Prozent der 14- bis 29-Jährigen eine Mischbebauung favorisieren, halten das fast die Hälfte der Generation 60+ für eine gute Idee (48 Prozent). Den Bau eines neuen Konzertsaals finden insgesamt 26 Prozent sinnvoll. Vor allem die 30- bis 39-Jährigen stimmen mit 30 Prozent für diese Option. Eine Nutzung des Geländes als Parkplatz ziehen 12 Prozent der Nürnbergerinnen und Nürnberger in Erwägung. Vor allem Jüngere im Alter zwischen 14 und 29 Jahren (17 Prozent) sowie die Generation der 40- bis 49-Jährigen (16 Prozent) stimmen für zusätzliche Parkmöglichkeiten.

 

Nürnberger wollen kreuzungsfreien Frankenschnellweg

Stau „an den Rampen“ gehört in Nürnberg zur Normalität. Um diesen Knotenpunkt zu entlasten und damit das Stauaufkommen zu vermindern, soll der Frankenschnellweg kreuzungsfrei ausgebaut werden. Insgesamt 79 Prozent der Nürnbergerinnen und Nürnberger sprechen sich für einen Ausbau des Frankenschnellwegs aus. Dabei ist die Zustimmung bei Männern (84 Prozent) insgesamt höher als bei Frauen (75 Prozent). Vor allem die 40- bis 49-Jährigen halten das Bauvorhaben für sinnvoll und stimmen mit 88 Prozent dafür.

 

Verkehrsplanung Innenstadt: mehr Raum für Fußgänger

In der städtischen Verkehrsplanung stehen sich oft Interessen verschiedener Verkehrsteilnehmer im Weg. Nach Ansicht der Befragten sollten in der städtischen Verkehrsplanung am ehesten Fußgänger bevorzugt werden. Rund 44 Prozent sind dieser Meinung. Frauen (49 Prozent) stimmen hier eher zu als Männer (39 Prozent). Auch unter den Altersgruppen gibt es deutliche Unterschiede: Während Jüngere im Alter zwischen 14 und 29 Jahren nur mit 28 Prozent für die Fußgänger votieren, steigt die Zustimmung mit zunehmendem Alter. Bei den Menschen über 60 Jahren liegt sie bei 54 Prozent.

Der öffentliche Nahverkehr soll stärker bevorzugt werden. Das wünschen sich insgesamt 27 Prozent – Männer (30 Prozent) stärker als Frauen (24 Prozent). Am größten, mit 35 Prozent, ist die Zustimmung in der Altersgruppe der 50- bis 59-Jährigen. Deutliche Unterschiede zeigen sich zwischen Personen mit Kindern im Haushalt (20 Prozent) und ohne (39 Prozent).

Rund 17 Prozent der Nürnbergerinnen und Nürnberger möchten, dass Fahrradfahrer bei der Verkehrsplanung stärker berücksichtigt werden. Vor allem die 14- bis 29-Jährigen nennen dieses Beförderungsmittel am häufigsten (34 Prozent). Auch Personen mit Kindern im Haushalt stimmen deutlich häufiger für das Fahrrad (25 Prozent) als Personen ohne Kinder (15 Prozent).

Insgesamt nur 9 Prozent möchten den Autos den Vorrang geben. Die größte Zustimmung (20 Prozent) zeigen die 14- bis 29-Jährigen. Gefolgt werden sie von den 40- bis 49-Jährigen mit 13 Prozent. Zwischen Männern (10 Prozent) und Frauen (8 Prozent) sind die Unterschiede nicht signifikant.

 

Zeppelintribüne soll renoviert werden

Nürnberg hat aufgrund seiner Bedeutung im Dritten Reich viele Orte mit besonderem geschichtlichem Hintergrund, wie beispielsweise das Reichsparteitagsgelände. Vor allem die Zeppelintribüne steht derzeit im Mittelpunkt der Diskussion: Sie verfällt langsam. Rund 68 Prozent der Nürnbergerinnen und Nürnberger sprechen sich für eine Renovierung der Tribüne aus. Besonders stark vertreten diese Haltung die Jüngeren zwischen 14 und 29 Jahren (79 Prozent). Die Zustimmung der älteren Generationen (60 Jahre und älter) liegt bei 57 Prozent. Einen Abriss befürworten insgesamt nur 9 Prozent der Bürgerinnen und Bürger. Diesen Vorschlag hält vor allem die Generation ab 60 Jahre für sinnvoll (15 Prozent). Rund 14 Prozent sprechen sich für einen kontrollierten Verfall der Zeppelintribüne aus.

 

Saal 600 und Zellengefängnis sollen UNESCO-Weltkulturerbe werden

Auch aus der unmittelbaren Nachkriegszeit gibt es in Nürnberg einige geschichtsträchtige Gebäude. Derzeit wird überlegt, ob der Gerichtssaal der Nürnberger Prozesse, der so genannte Saal 600, sowie Teile des Zellengefängnisses, in dem die Hauptangeklagten inhaftiert waren, in das
UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen werden. Fragt man die Nürnbergerinnen und Nürnberger, spricht sich eine Mehrheit von 55 Prozent für die Aufnahme der Gebäude in das Weltkulturerbe aus. Insgesamt 18 Prozent sind dagegen. Diese Haltung ist unter Frauen (21 Prozent) deutlich ausgeprägter als unter Männern (15 Prozent). Insgesamt ein Viertel der Bevölkerung interessiert sich für diese aktuelle Diskussion jedoch gar nicht. Vor allem den Jüngeren zwischen 14 und 29 Jahren ist dieses Vorhaben gleichgültig (41 Prozent).

 

Marktforschung zum Anfassen

Vor der Lorenzkirche konnten die Nürnbergerinnen und Nürnberger am Samstag, 7. Juni 2014, Markt- und Sozialforschung zwischen 10 und 16 Uhr hautnah erleben. Kurz vor der Fußballweltmeisterschaft konnten Rechts- und Linksfüßer ihre Treffsicherheit an der Torwand testen, oder ihre Schusskraft in einer Geschwindigkeitsmessanlage messen – und dabei tolle Preise gewinnen. Zu den Ausstellern zählte auch GfK, die die Frage beantwortete, ob Computer Gefühle erkennen können. Blau Research zeigte, wie spielerisch neue Produkte entstehen und Psyma ließ Klein und Groß an einer Eisverkostung teilnehmen.

Unterstützt wurde die Initiative Markt- und Sozialforschung in Nürnberg von folgende Instituten: Blau Research GmbH, GfK SE, GfK Verein, m-s Teststudios, Psyma Group AG und puls Marktforschung GmbH.

 

Zur Studie

Im Rahmen einer repräsentativen Telefonumfrage befragte GfK im Mai 2014 insgesamt 500 deutschsprachige Nürnbergerinnen und Nürnberg. Auftraggeber war die Initiative Markt- und Sozialforschung. Konzeption und Finanzierung der Studie übernahm der GfK Verein.

 

 

Ziel der Initiative Markt- und Sozialforschung e.V. ist es, die Öffentlichkeit über Markt- und Sozialforschung und deren Unterschied zu Werbung und Verkauf zu informieren. Weitere Aufgaben sind, die Garantie von Anonymität und Datenschutz zu betonen und den Nutzen von Markt- und Sozialforschung für die Gesellschaft zu verdeutlichen.

Träger der Initiative sind die Branchenverbände der Markt- und Sozialforschung:

  • ADM Arbeitskreis Deutscher Markt- und Sozialforschungsinstitute e.V.
  • Arbeitsgemeinschaft Sozialwissenschaftlicher Institute e.V. (ASI)
  • BVM Berufsverband Deutscher Markt- und Sozialforscher e.V.
  • Deutsche Gesellschaft für Online-Forschung e.V. (DGOF)

Unterstützt wird die Initiative Markt- und Sozialforschung e.V. durch die Fördermitglieder:

  • GapFish GmbH
  • GfK Verein
  • IFAK Institut GmbH & Co. KG
  • infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH
  • Ipsos GmbH
  • Psyma Group AG
  • Research Now GmbH
  • TNS Infratest Holding GmbH & Co. KG
  • YouGov Deutschland AG

 


Kontakt 
Initiative Markt- und Sozialforschung e.V. 
Daniel Förtsch
Kontorhaus Mitte
Friedrichstraße 187
10117 Berlin
Tel.: +49 (0)30 - 49 90 74 19
Fax: +49 (0)30 - 49 90 74 21

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Pressekontakt zum Tag der Marktforschung in Nürnberg
Initiative Markt- und Sozialforschung e.V.
Stefan Gerhardt
c/o GfK SE
Nordwestring 101
90419 Nürnberg
Tel.:  +49 (0)911 – 395 4143
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