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Deutsche empfinden Hartz 4 als ungerecht

Umfrage der  Initiative Markt- und Sozialforschung zur Einstellung der Deutschen zu Hartz 4.

Berlin, im Dezember 2018. 40 Prozent der Deutschen empfinden Hartz 4 als ungerecht und etwas über die Hälfte der Menschen ist nicht der Meinung, dass Hartz 4 einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit leistet. Junge Menschen sehen das Arbeitslosengeld II weniger kritisch als ältere und die Menschen im Osten bewerten Hartz 4 insgesamt negativer als die Menschen im Westen. Dies sind Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage bei 1086 Personen von YouGov für die Initiative Markt- und Sozialforschung.

Der Äußerung des Bundesgesundheitsministers Jens Spahn aus dem März, mit Hartz IV habe „jeder das, was er zum Leben braucht“, widersprechen mehr Menschen als dass sie zustimmen: 42 Prozent lehnen die Aussage ab, während sie 25 Prozent bejahen. Auch unter den Wählern von Spahns Partei CDU herrscht Uneinigkeit: Etwa ein Drittel stimmt zu, ein Drittel lehnt die Aussage ab und ein Drittel ist unentschieden oder hat keine Meinung. Besonders negativ wird die Aussage von Menschen über 55 bewertet.

Über die Hälfte der Bevölkerung ist nicht der Meinung, dass Hartz 4 einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit leistet. Der Anteil der Menschen, die diese Meinung nicht teilen, steigt mit zunehmendem Alter: Während 35 Prozent der 18- bis 24-jährigen diese Aussage ablehnen, widersprechen von den Menschen, die älter als 55 Jahre sind, 56 Prozent.

Der Hartz 4-Satz, 2005 im Zuge der Agenda 2010 durch Zusammenlegung der früheren Arbeitslosen- und Sozialhilfe als Grundsicherung eingeführt, ist nicht an vorherige Einzahlungen in Versicherungen oder Sozialkassen gekoppelt. Dennoch befürworten fast 60 Prozent der Deutschen, dass Menschen, die länger in die Sozialkassen eingezahlt haben, auch einen erhöhten Hartz 4-Satz erhalten sollen. Nur 14 Prozent befürworten die gegenwärtig angewandte Praxis und lehnen diese Aussage ab. 42 Prozent finden, dass Familien mit Kindern und Alleinerziehende besser gestellt werden sollten als andere. Besonders stark vertritt die Altersgruppe der 18- bis 24-jährigen diese Meinung, wo sie bei über der Hälfte befürwortet wird.

Bei der Frage, ob der Hartz 4-Satz für Deutschland als reiches Land zu niedrig sei, sind die Menschen unentschieden. Etwa ein Drittel stimmt der Aussage zu, etwa ein Drittel lehnt sie ab und ungefähr ein Drittel hat keine Meinung oder ist unentschieden.

40 Prozent der Deutschen empfinden Hartz 4 als ungerecht, wohingegen es von nur 19 Prozent der Bevölkerung als gerecht wahrgenommen wird. Während die jüngeren Deutschen relativ unentschieden sind, haben die Menschen über 55 eine deutlichere Meinung: 45 Prozent empfinden Hartz 4 als nicht gerecht, wohingegen nur 15 Prozent angeben, Hartz 4 gerecht zu finden.

Die verwendeten Daten beruhen auf einer Online-Umfrage der YouGov Deutschland GmbH, an der 1153 Personen zwischen dem 21.09.2018 und 25.09.2018 teilnahmen. Die Ergebnisse wurden gewichtet und sind repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 18 Jahren.

Über die IMSF

Ziel der Initiative Markt- und Sozialforschung e.V. ist es, die Öffentlichkeit über Markt- und Sozialforschung und deren Unterschied zu Werbung und Verkauf zu informieren. Weitere Aufgaben sind, die Garantie von Anonymität und Datenschutz zu betonen und den Nutzen von Markt- und Sozialforschung für die Gesellschaft zu verdeutlichen. Weitere Informationen unter www.deutsche-marktforscher.de

Träger der Initiative sind die Branchenverbände der Markt- und Sozialforschung:

  • ADM Arbeitskreis Deutscher Markt- und Sozialforschungsinstitute e.V.
  • Arbeitsgemeinschaft Sozialwissenschaftlicher Institute e.V. (ASI)
  • BVM Berufsverband Deutscher Markt- und Sozialforscher e.V.
  • Deutsche Gesellschaft für Online-Forschung e.V. (DGOF)

Unterstützt wird die Initiative Markt- und Sozialforschung e.V. durch die Fördermitglieder:

Kontakt und weitere Informationen:

Initiative Markt- und Sozialforschung e.V.

Tobias Petschelt

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10117 Berlin

Tel.: +49 (0)30 – 206 16 38 22

Fax: +49 (0)30 – 206 16 38 29

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